In Gedenken an Erhard Auer

Wir denken an den 151. Geburtstag eines großen Sohnes unserer Gemeinde: Erhard Auer

  • am 22.12.1874 in Dommelstadl als uneheliches Kind einer Näherin geboren und nach dem frühen Tod der Mutter als ‚Gemeindearmer‘ aufgewachsen

  • 1880-1886 besuchte er die Volksschule

  • mit zwölf Jahren Arbeit als Landarbeiter

  • mit 15 Jahren Mitbegründer einer sofort wieder verbotenen Landarbeiterbewegung

  • Arbeit bis 1894 als Knecht in der Landwirtschaft

  • Gründung eines Vereins zur besseren Verpflegung der Dienstknechte

  • 1892 Mitglied der SPD

  • 1894-1896 Militärdienst in München (Infanterie-Leibregiment)

  • nach 1894 als Ausgeher in einem Handelsgeschäft (Warenhaus) tätig und

  • seit 1897 verheiratet

  • nach dem Militärdienst: bemerkenswerter sozialer Aufstieg durch intensive Weiterbildung

  • von 1900-1908 war er nebenamtlicher Sekretär des Landesvorstandes in Bayern und Privatsekretär des Parteiführers Georg von Vollmar

  • 1907-1918 Mitglied der Kammer der Abgeordneten im Bayerischen Landtag (SPD)

  • 1914-1918 nahm er als Soldat am Ersten Weltkrieg teil.

  • vom 08.11.1918 - 21.02.1919 Bayerischer Staatsminister des Innern

  • von 1918-1933 war er Landesvorsitzender der SPD in Bayern als Nachfolger Volmars

  • vom 12. Januar 1919 bis 10. Februar 1933 Mitglied des Bayerischen Landtag (SPD)

  • am 21.02.1919 wurde er im Landtag während eines Nachrufs auf den ermordeten Ministerpräsidenten Kurt Eisner von zwei Kugeln eines politischen Fanatikers getroffen und schwer verletzt, so dass der Rückzug als Innenminister erfolgte

  • von Januar 1919 bis Mai/Juni 1920 war er Mitglied der Weimarer Nationalversammlung (SPD)

  • von 1919-1933 Stadtrat (SPD) in München und im Juni 1920 Mitglied des Deutschen Reichstags (SPD)

  • von 1920 - 1932 erster Vizepräsident des Bayerischen Landtags

  • 1932/1933 zweiter Vizepräsident des Bayerischen Landtags

  • am 26. April 1933 hatte die SPD-Fraktion im Münchner Stadtrat den Sitzungssaal verlassen, als über die Ernennung Hitlers zum Ehrenbürger beraten wurde. Die NSDAP sah darin eine „unverschämte Provokation“ und forderte bei der nächsten Sitzung am 9.Mai 1933 die Entfernung der sechs SPD-Stadträte aus dem Sitzungssaal. Diese Aufforderung setzten die NSDAP-Mitglieder gewalttätig um. Zu Beginn der Sitzung wurde Erhard Auer niedergeschlagen und an den Füßen durch die Mitte dieses Saales geschleift, während die Nazis die Spitzen ihrer Kommissstiefel in seinen Leib stießen, der durch die Schüsse im Landtag schwerst verletzt war. So der Augenzeuge Rudolf Bössl aus der SPD-Fraktion.

  • Mai 1933 bis Juni 1933 in ”Schutzhaft“ im Gefängnis Stadelheim

  • bis 1944 mehrmals in Haft

  • am 20. März 1945 nach Evakuierung aus Karlsruhe in Giengen a.d.Brenz verstorben.

Geplant ist vom SPD-Ortsverein:

Erhard Auer Demokratiefels

  • Zu Ehren eines Sohnes der Gemeinde Neuburg, Erhard Auer, erster bayerischer Innenminister

  • Verleihung eines Erhard-Auer-Demokratiefels an Einzelne oder Gruppierungen

  • Voraussetzung: besonderer Einsatz für Einzelne oder Gruppierungen, die sich im Alltag in besonderer Weise für Demokratie, Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit eingesetzt haben oder einsetzen

  • Die Satzung wurde erstellt und vom Vorstand genehmigt

  • Erste Auszeichnung: für Dezember 2026 geplant